Sachbearbeiter Auftragsabwicklung
Sachbearbeiter in der Auftragsabwicklung nehmen Kundenaufträge an, erfassen sie im Warenwirtschaftssystem und begleiten sie bis zur Lieferung und Rechnung. Sie sind die Schnittstelle zwischen Vertrieb, Lager, Produktion und Kunden.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sachbearbeiter Auftragsabwicklung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.400 € | 4.100 € | 5.000 € | 49.200 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie liegen die Gehälter deutlich über denen im tariffreien Handel oder in kleinen Speditionen. Export- und SAP-Kenntnisse sowie Fremdsprachen bringen spürbare Zuschläge.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sachbearbeiter Auftragsabwicklung?
Der Arbeitstag beginnt meist mit dem Postfach: Bestellungen per E-Mail, EDI-Datensätze aus Kundensystemen, Faxe bei älteren Kunden, dazu Anfragen zu Lieferterminen. Jeder Auftrag wird geprüft und im ERP-System erfasst, meist SAP, Microsoft Dynamics oder eine Branchenlösung. Dabei wird kontrolliert, ob Preise, Konditionen und Zahlungsbedingungen mit dem Rahmenvertrag übereinstimmen, ob die Ware verfügbar ist und ob der Kunde noch innerhalb seines Kreditlimits liegt.
Danach läuft der Auftrag durch das Haus. Die Sachbearbeitung stößt Kommissionierung oder Fertigung an, bucht Versandaufträge bei Speditionen und Paketdienstleistern, erstellt Lieferscheine, Frachtpapiere und bei Exporten Ausfuhranmeldungen über ATLAS sowie Ursprungsnachweise. Anschließend wird fakturiert und der Zahlungseingang beobachtet. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit geht für Störungen drauf: Ware fehlt, die Spedition liefert zu spät, der Kunde reklamiert eine Menge oder eine Beschädigung. Dann werden Gutschriften erstellt, Nachlieferungen organisiert und Kunden informiert - am Telefon, oft in unfreundlichem Ton, weil die Ware fehlt.
Wie wird man Sachbearbeiter Auftragsabwicklung?
Der übliche Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, meist als Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Kaufmann für Büromanagement oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Die Ausbildung dauert drei Jahre und läuft dual. Auch Quereinsteiger kommen unter, etwa aus dem Einzelhandel, dem Sekretariat oder der Logistik, wenn sie sicher mit ERP-Systemen und Excel umgehen. Fremdsprachen sind bei exportierenden Betrieben oft Bedingung, Englisch fast immer, teils Französisch oder Spanisch. Eingearbeitet wird meist im Betrieb, weil jedes Unternehmen andere Artikelstämme, Konditionen und Abläufe hat.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist Bildschirmarbeit im Großraum- oder Teambüro, überwiegend zu Bürozeiten, mit Gleitzeit und in vielen Betrieben inzwischen einzelnen Homeoffice-Tagen. Belastend ist weniger die einzelne Aufgabe als die Menge und die ständige Unterbrechung: Telefon, Chat, Kollegen aus dem Lager, Vertriebsaußendienst, der Sonderwünsche durchsetzen will. Zum Monats- und Quartalsende häufen sich Aufträge und Fakturaläufe, vor Betriebsferien und im Weihnachtsgeschäft ebenso.
Fehler haben unmittelbare Folgen: eine falsche Menge, eine falsche Lieferadresse oder ein übersehener Zollnachweis kostet Geld und Vertrauen. Deshalb braucht es Genauigkeit auch nach der fünften Stunde vor dem Bildschirm. Viele Tätigkeiten wiederholen sich stark; wer Abwechslung im Sinne von immer neuen Themen sucht, wird das schwer finden. Konflikte gehören dazu, weil die Auftragsabwicklung meist die schlechten Nachrichten überbringt.
Aussichten
Jedes produzierende und handelnde Unternehmen braucht diese Funktion, entsprechend breit ist der Arbeitsmarkt und wenig konjunkturabhängig ist die Nachfrage nach erfahrenen Kräften. Gleichzeitig automatisieren Unternehmen einfache Erfassungsschritte über EDI, Webshops und Schnittstellen. Reine Tipparbeit nimmt ab, Klärfälle und Betreuung von Schlüsselkunden nehmen zu. Wer sich mit SAP SD, Zoll- und Exportrecht, Reklamationsmanagement oder Prozessgestaltung befasst, wird gebraucht. Entwicklungswege führen zur Teamleitung Innendienst, in den Vertriebsinnendienst mit Umsatzverantwortung, in Einkauf, Supply Chain oder Exportabwicklung. Weiterbildungen zum Fachwirt, Betriebswirt oder Fachkraft für Zollabwicklung sind übliche Zwischenschritte.
Aufgaben
- Kundenaufträge prüfen und im ERP-System erfassen
- Preise, Konditionen und Verfügbarkeiten kontrollieren
- Liefertermine mit Lager, Produktion und Spedition abstimmen
- Lieferscheine, Rechnungen und Gutschriften erstellen
- Zoll- und Exportpapiere für Auslandssendungen ausfertigen
- Kunden über Lieferstatus, Verzögerungen und Rückstände informieren
- Reklamationen aufnehmen und Nachlieferungen oder Retouren veranlassen
- Stammdaten zu Artikeln, Kunden und Konditionen pflegen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
- Sicherer Umgang mit ERP-Systemen, Excel und Outlook
- Sorgfalt bei Zahlen, Mengen und Terminen
- Englisch in Wort und Schrift, bei Exportbetrieben Pflicht
- Belastbarkeit bei hohem Aufkommen und häufigen Unterbrechungen
- Freundliches, klares Auftreten am Telefon auch in Konfliktsituationen
Wo man arbeitet
- Industrie- und Produktionsbetriebe
- Groß- und Außenhandelsunternehmen
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Handwerksbetriebe mit eigenem Vertrieb
- E-Commerce- und Versandhändler
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa zum Industriekaufmann, Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Büromanagement, abgeschlossen mit IHK-Prüfung. Bei verkürzter Ausbildung sind zweieinhalb Jahre möglich. Quereinstieg gelingt mit kaufmännischer Praxis und ERP-Kenntnissen, die Einarbeitung im Betrieb dauert dann meist drei bis sechs Monate.
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