Hauswirtschaftliche Assistenz
Hauswirtschaftliche Assistenzkräfte übernehmen Reinigung, Wäschepflege, Einkauf und einfache Speisenzubereitung in Privathaushalten, Pflegeeinrichtungen oder Kliniken. Oft gehört auch die Betreuung von Bewohnern im Alltag dazu.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Hauswirtschaftliche Assistenz verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.050 € | 2.300 € | 2.600 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.250 € | 2.550 € | 2.900 € | 30.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.500 € | 2.850 € | 3.400 € | 34.200 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In kirchlichen und kommunalen Einrichtungen gelten AVR Caritas, AVR Diakonie oder der TVöD (etwa Entgeltgruppen 2 bis 4), das liegt deutlich über privaten Reinigungs- und Serviceverträgen, die oft am Mindestlohn oder am Tarif des Gebäudereinigerhandwerks orientiert sind. Da viele Stellen Teilzeit sind, fällt das tatsächliche Monatseinkommen häufig niedriger aus; Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge kommen hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine hauswirtschaftliche Assistenz?
Der Arbeitstag beginnt meist früh: Frühstück richten, Getränke verteilen, Geschirr abräumen und in die Spülmaschine einsortieren. Danach werden Zimmer und Gemeinschaftsräume gereinigt, Böden gewischt, Bäder desinfiziert, Betten frisch bezogen. Wäsche wird sortiert, gewaschen, getrocknet, gelegt und auf die Zimmer zurückgebracht, gelegentlich auch geflickt. In der Küche geht es um Vorbereitung: Gemüse putzen, Brote schmieren, Salate anrichten, Speisen portionieren und die vorgegebenen Hygieneregeln einhalten, inklusive Temperaturkontrollen und Dokumentation.
In Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Betreuung kommt der Kontakt mit Menschen hinzu. Wer den Einkauf für eine ältere Dame übernimmt, sitzt oft auch eine Viertelstunde am Küchentisch. Es wird zugehört, beim Anziehen geholfen, an Termine erinnert. In Privathaushalten arbeitet man meist allein und organisiert den Ablauf selbst, in großen Häusern nach Reinigungs- und Dienstplan im Team.
Wie wird man hauswirtschaftliche Assistenz?
Es gibt mehrere Wege. Die klassische Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter dauert drei Jahre im Dualen System. Daneben existieren zweijährige Ausbildungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf, etwa als Fachpraktikerin Hauswirtschaft. Sehr verbreitet ist der Einstieg über Lehrgänge: Kurse zur hauswirtschaftlichen Betreuungskraft oder nach Paragraf 43b SGB XI dauern wenige Wochen bis Monate und werden von Bildungsträgern, Wohlfahrtsverbänden und Volkshochschulen angeboten. Viele Betriebe stellen auch ohne Abschluss ein und schulen intern an. Ein Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz ist Pflicht, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird; in der Betreuung wird meist ein erweitertes Führungszeugnis verlangt, für ambulante Dienste ein Führerschein.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Stehen, Bücken, Heben, Betten beziehen, Wäschewagen schieben, Reinigungsmittel und feuchte Hände über Stunden. Rücken, Knie und Haut merken das nach einigen Jahren. Die Zeitvorgaben sind knapp bemessen, gerade in der Gebäudereinigung und in Häusern mit dünner Personaldecke. Wer in Einrichtungen arbeitet, hat Frühdienste, Wochenend- und Feiertagseinsätze, oft geteilte Dienste. Viele Stellen sind Teilzeit, teils nur wenige Stunden pro Woche, was die Einkommenssituation erschwert.
Dazu kommt die Nähe zu Menschen, denen es nicht gut geht. Demenz, Sterben, Einsamkeit gehören zum Umfeld. Das Ansehen des Berufs ist geringer, als die Verantwortung es rechtfertigt: Ohne funktionierende Hauswirtschaft steht ein Pflegeheim still. Wer Anerkennung sucht, findet sie eher bei den Bewohnern als in der Bezahlung.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wächst mit der Zahl älterer Menschen. Einrichtungen, ambulante Dienste, Kliniken, Tagespflegen und Menüservices suchen dauerhaft Personal, auch für Quereinsteiger und für Wiedereinsteigerinnen nach Familienzeit. Wer sich weiterentwickeln will, kann die Ausbildung zur Hauswirtschafterin nachholen, später die Meisterprüfung ablegen oder sich zur hauswirtschaftlichen Betriebsleitung, zur Betreuungskraft oder zur Pflegehilfskraft weiterqualifizieren. Die Meisterqualifikation öffnet Leitungsstellen für Reinigung, Küche und Wäscherei in größeren Häusern und die Arbeit als Ausbilderin.
Aufgaben
- Zimmer, Bäder und Gemeinschaftsräume reinigen und desinfizieren
- Wäsche waschen, trocknen, legen und verteilen
- Frühstück und Zwischenmahlzeiten vorbereiten, Speisen portionieren
- Einkäufe erledigen und Vorräte kontrollieren
- Hygienevorgaben einhalten und Temperaturen dokumentieren
- Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag begleiten und ansprechen
- Betten beziehen und Zimmer nach Auszug grundreinigen
Voraussetzungen
- Kein Abschluss zwingend, häufig Hauptschulabschluss oder eine hauswirtschaftliche Qualifikation gewünscht
- Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz bei Arbeit mit Lebensmitteln
- Erweitertes Führungszeugnis in Betreuung und Pflegeeinrichtungen
- Körperliche Belastbarkeit, kein Rücken- oder Hautproblem bei Feuchtarbeit
- Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Verschwiegenheit im Umgang mit Privatem
- Deutschkenntnisse für Dienstübergabe und Dokumentation
- Führerschein Klasse B für ambulante Dienste
Wo man arbeitet
- Alten- und Pflegeheime
- Ambulante Pflege- und Betreuungsdienste
- Krankenhäuser und Rehakliniken
- Privathaushalte
- Wohnheime, Internate und Tagesstätten
- Großküchen und Cateringbetriebe
Der Weg in den Beruf
Der häufigste Einstieg führt über einen Lehrgang zur hauswirtschaftlichen Betreuungs- oder Hilfskraft, der wenige Wochen bis mehrere Monate dauert und mit einem Zertifikat des Bildungsträgers endet. Wer einen vollwertigen Abschluss will, absolviert die dreijährige duale Ausbildung zur Hauswirtschafterin oder zum Hauswirtschafter; für Menschen mit Unterstützungsbedarf gibt es zweijährige Fachpraktikerausbildungen. Ein Direkteinstieg ohne Vorkenntnisse mit betrieblicher Anlernphase ist in vielen Häusern möglich.
Offene Stellen als Hauswirtschaftliche Assistenz
In der Suche fortsetzenHauswirtschaftliche Assistenz – Hauswirtschafterin o. ä. (m/w/d)
Hauswirtschaftliche Assistenz – Hauswirtschafterin o. ä. (m/w/d) – Kinderhilfe
Passend dazu im Ratgeber
- Das Bewerbungsfoto zwischen Pflicht, Gewohnheit und Risiko Kein Gesetz verlangt ein Bewerbungsfoto, und keines verbietet es. Was das Allgemeine Gleic...
- Weiterbildung im Büro: Fachwirt, Fachkaufmann, Bilanzbuchhalter Über der kaufmännischen Ausbildung liegt eine geordnete Fortbildungsebene mit bundesrechtl...
- Zeitarbeit im Büro erkennen und richtig einschätzen Personaldienstleister schreiben Bürostellen aus, ohne dass in jeder Anzeige das Wort Zeita...