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Finanzen & Controlling

Schadenfallmanager / Schadensachbearbeiter Kfz- und Sachversicherung

Schadenfallmanager und Schadensachbearbeiter prüfen gemeldete Schäden aus der Kfz- und Sachversicherung, klären Haftung und Deckung und veranlassen die Regulierung. Sie arbeiten überwiegend am Bildschirm und am Telefon, im Außendienst auch vor Ort beim Schaden.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Schadenfallmanager / Schadensachbearbeiter Kfz- und Sachversicherung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.100 € 4.800 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.000 € 6.200 € 60.000 €

Bei Versicherern gilt meist der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe (AGV und ver.di), dort hängt das Gehalt vor allem von der Tarifgruppe und den Berufsjahren ab, dazu kommen 14 Monatsgehälter. Bei nicht tarifgebundenen Schadendienstleistern und kleinen Maklerbüros liegen die Gehälter oft spürbar niedriger, in Großschaden- und Betrugsabteilungen höher.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Schadenfallmanager?

Nach einem Auffahrunfall, einem Wasserrohrbruch oder einem Einbruch landet die Schadenmeldung bei der Schadenabteilung eines Versicherers. Schadensachbearbeiter prüfen zuerst, ob ein gültiger Vertrag besteht und ob der Schaden versichert ist. Sie lesen Polizeiberichte, Kostenvoranschläge und Gutachten, fordern fehlende Unterlagen an und klären bei Kfz-Haftpflichtschäden die Schuldfrage. Dann legen sie die Höhe der Entschädigung fest, geben Zahlungen frei oder lehnen Ansprüche begründet ab. Bei größeren Fällen beauftragen sie Sachverständige, steuern Partnerwerkstätten oder Sanierungsfirmen und verhandeln mit Anwälten der Gegenseite. Ein wichtiger Teil ist der Verdacht auf Versicherungsbetrug: Auffälligkeiten erkennen und an Spezialabteilungen weitergeben. Außenregulierer besichtigen Schäden direkt beim Kunden. Ein großer Teil der Arbeit läuft über Schadensoftware, E-Mail und Telefon, oft mit festen Vorgaben zu Bearbeitungszeiten.

Wie wird man Schadenfallmanager?

Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen, meist mit Abitur oder gutem mittlerem Abschluss. Viele Versicherer bilden gezielt für den Innendienst aus. Danach bietet sich die Weiterbildung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen an, die bei vielen Arbeitgebern Voraussetzung für anspruchsvollere Schadenbereiche ist. Auch ein Studium der Versicherungswirtschaft, Betriebswirtschaft oder Rechtswissenschaft führt in den Beruf. Quereinstieg ist verbreitet: Kfz-Mechatroniker, Karosseriebauer, Handwerker aus dem Bau oder Rechtsanwaltsfachangestellte bringen Fachwissen mit, das in der Regulierung gefragt ist, und werden intern eingearbeitet.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend sitzend und bildschirmlastig, die Arbeitszeiten liegen meist im Rahmen üblicher Bürozeiten, Homeoffice ist in vielen Häusern möglich. Belastend ist der Kontakt mit Menschen, die gerade einen Unfall, einen Brand oder einen Einbruch erlebt haben und schnelles Geld erwarten. Ablehnungen müssen sauber begründet und auch gegenüber verärgerten Kunden oder Anwälten vertreten werden. Nach Unwettern oder Hagelereignissen steigen die Fallzahlen sprunghaft, dann entstehen Rückstände und Überstunden. Dazu kommen Zielvorgaben zu Durchlaufzeiten und Schadenaufwand. Genaues Lesen von Versicherungsbedingungen, Grundkenntnisse im Haftungs- und Vertragsrecht und technisches Verständnis für Fahrzeuge oder Gebäude sind Pflicht. Wer Konflikte schlecht aushält oder ungern Routinefälle in Serie bearbeitet, tut sich schwer.

Aussichten

Schäden entstehen immer, deshalb ist der Bedarf stabil. Gleichzeitig automatisieren Versicherer einfache Fälle wie Glasbruch oder kleine Kfz-Schäden zunehmend, sodass Routinestellen weniger werden und komplexe Fälle, Großschäden und Betrugsprüfung an Gewicht gewinnen. Durch den Ruhestand vieler erfahrener Kräfte suchen die Häuser trotzdem Personal, vor allem mit technischem Hintergrund. Entwicklungswege führen in die Großschadenregulierung, die Außenregulierung, die Betrugsabwehr, den Regress oder in die Leitung eines Schadenteams. Neben Versicherern beschäftigen auch Schadendienstleister, Makler und Sachverständigenbüros Fachkräfte aus der Regulierung.

Aufgaben

  • Schadenmeldungen aufnehmen und auf Vertragsdeckung prüfen
  • Haftungsfrage bei Kfz-Unfällen anhand von Unterlagen klären
  • Gutachten, Kostenvoranschläge und Rechnungen prüfen
  • Sachverständige, Werkstätten und Sanierungsfirmen beauftragen
  • Entschädigungshöhe festlegen und Zahlungen freigeben
  • Ablehnungen schriftlich begründen und Widersprüche bearbeiten
  • Hinweise auf Versicherungsbetrug erkennen und weitergeben
  • Regressansprüche gegen Verursacher oder andere Versicherer geltend machen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, idealerweise als Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen, oder ein passendes Studium
  • Für Quereinsteiger technische Ausbildung im Kfz- oder Bauhandwerk
  • Grundkenntnisse im Haftungs-, Vertrags- und Versicherungsrecht
  • Sorgfältiges Arbeiten mit Zahlen und Bedingungswerken
  • Sicherer schriftlicher und telefonischer Ausdruck, auch in Konfliktgesprächen
  • Sicherer Umgang mit Schadensoftware und Office-Programmen
  • Führerschein bei Tätigkeit im Außendienst

Wo man arbeitet

  • Versicherungsunternehmen
  • Schadenregulierungsdienstleister
  • Versicherungsmakler
  • Sachverständigen- und Gutachterbüros
  • Leasing- und Flottenmanagementgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss, oft gefolgt von der Weiterbildung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Alternativ führen ein Studium der Versicherungswirtschaft oder Rechtswissenschaft sowie der Quereinstieg mit technischer Ausbildung und interner Einarbeitung von mehreren Monaten in den Beruf.

Offene Stellen als Schadenfallmanager / Schadensachbearbeiter Kfz- und Sachversicherung

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