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Kaufmännische Berufe & Verwaltung

Sachbearbeiter Abrechnung

Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in der Abrechnung erstellen Rechnungen, prüfen erbrachte Leistungen und Verbrauchsdaten und klären offene Posten mit Kunden, Kostenträgern oder der Buchhaltung. Sie arbeiten in fast allen Branchen, besonders häufig bei Energieversorgern, im Gesundheitswesen und in der Immobilienverwaltung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sachbearbeiter Abrechnung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 4.000 € 4.800 € 48.000 €

Am stärksten hängt das Gehalt von der Branche und der Tarifbindung ab: Im öffentlichen Dienst und in kommunalen Krankenhäusern wird nach TVöD meist in den Entgeltgruppen E6 bis E8 bezahlt, bei Stadtwerken häufig nach TV-V, was oft über dem Niveau kleiner Hausverwaltungen, Pflegedienste oder Handwerksbetriebe ohne Tarif liegt. Spezialwissen etwa in der Krankenhausabrechnung und Teamleitung heben das Gehalt deutlich.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Sachbearbeiter Abrechnung?

Im Kern geht es darum, dass erbrachte Leistungen korrekt in Rechnung gestellt werden und das Geld ankommt. Je nach Betrieb sieht das sehr unterschiedlich aus. Bei einem Stadtwerk werden Zählerstände plausibilisiert, Jahresverbrauchsabrechnungen erstellt und Abschläge angepasst. In einem Krankenhaus oder Pflegedienst werden Leistungen nach Fallpauschalen oder Pflegesätzen kodiert und an Krankenkassen übermittelt, Rückfragen des Medizinischen Dienstes beantwortet und abgelehnte Rechnungen nachbearbeitet. In der Hausverwaltung entstehen Betriebskostenabrechnungen für Mieter, in Handwerks- und Logistikbetrieben Rechnungen aus Auftragsdaten, Stundenzetteln oder Frachtpapieren. Dazu kommen fast überall die Pflege von Stammdaten, das Bearbeiten von Gutschriften und Stornos, das Abgleichen offener Posten und Telefonate oder E-Mails mit Kunden, die eine Rechnung nicht nachvollziehen können. Gearbeitet wird fast ausschließlich am Bildschirm, meist in einem ERP-System wie SAP oder einer Branchensoftware, ergänzt durch Excel.

Wie wird man Sachbearbeiter Abrechnung?

Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht. Der übliche Weg führt über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann im Gesundheitswesen oder Immobilienkaufmann. Die Branche der Ausbildung bestimmt oft, wo man später unterkommt, denn die Abrechnungsregeln sind sehr fachspezifisch. Im Gesundheitswesen sind Medizinische Fachangestellte mit Abrechnungserfahrung gefragt. Quereinstieg ist verbreitet: Wer Erfahrung mit Zahlen und Bürosoftware mitbringt, wird häufig im Betrieb eingearbeitet. Weiterbildungen etwa zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen, zur Kodierfachkraft oder zum Bilanzbuchhalter öffnen den Weg zu verantwortungsvolleren Aufgaben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist gleichförmig und verlangt über Stunden hinweg Genauigkeit. Ein Zahlendreher oder ein falscher Tarif fällt oft erst auf, wenn sich ein Kunde beschwert oder eine Krankenkasse die Zahlung verweigert. Wer Routine schlecht aushält, wird hier selten zufrieden. Belastend sind Stichtage: Bei Energieversorgern und Hausverwaltungen ballen sich Jahresabrechnungen auf wenige Monate, im Gesundheitswesen drängen Fristen der Kostenträger. In diesen Phasen sind Überstunden üblich. Hinzu kommt der Umgang mit verärgerten Kunden, die hohe Nachzahlungen nicht akzeptieren wollen. Die Arbeitszeiten sind dagegen in der Regel geregelt, Schichtdienst gibt es kaum, Teilzeit und mobiles Arbeiten sind vielerorts möglich, was den Beruf für Menschen nach einer Elternzeit interessant macht. Gesetzliche und tarifliche Regeln ändern sich häufig, ständiges Nachlernen gehört dazu.

Aussichten

Abgerechnet werden muss in jeder Branche, Stellen sind entsprechend zahlreich. Gleichzeitig automatisiert die Digitalisierung viele einfache Schritte: Zählerdaten kommen per Fernauslesung, Rechnungen werden vom System erzeugt. Übrig bleiben die Klärfälle, Reklamationen und komplizierten Sonderfälle, und dafür werden erfahrene Fachkräfte gesucht. Besonders gefragt sind Abrechnungsfachleute im Gesundheitswesen, wo Kodierregeln und Prüfverfahren komplex sind. Entwicklungswege führen zur Teamleitung Abrechnung, ins Forderungsmanagement, in die Buchhaltung oder ins Controlling, mit entsprechender Weiterbildung auch in die Systembetreuung der Abrechnungssoftware.

Aufgaben

  • Rechnungen aus Auftrags-, Leistungs- oder Verbrauchsdaten erstellen
  • Zählerstände, Leistungsnachweise und Stundenzettel auf Plausibilität prüfen
  • Leistungen nach Fallpauschalen oder Pflegesätzen gegenüber Kostenträgern abrechnen
  • Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen für Mieter erstellen
  • Gutschriften, Stornos und Rechnungskorrekturen bearbeiten
  • Kunden- und Vertragsstammdaten im ERP-System pflegen
  • Rückfragen und Reklamationen von Kunden telefonisch und schriftlich klären
  • Offene Posten mit der Buchhaltung abgleichen und Zahlungseingänge überwachen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Sicherer Umgang mit Zahlen und Genauigkeit bei wiederkehrenden Aufgaben
  • Gute Kenntnisse in Excel und Erfahrung mit ERP-Systemen wie SAP
  • Branchenwissen, etwa zu Abrechnungsregeln im Gesundheitswesen oder Betriebskostenrecht
  • Freundlicher, aber bestimmter Umgang mit Kunden bei Reklamationen
  • Belastbarkeit in Phasen mit Fristen und hohem Arbeitsaufkommen

Wo man arbeitet

  • Energie- und Wasserversorger
  • Krankenhäuser, Pflegedienste und Pflegeheime
  • Haus- und Immobilienverwaltungen
  • Industrie- und Handwerksbetriebe
  • Logistik- und Transportunternehmen
  • Abrechnungsdienstleister und Krankenkassen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im Gesundheitswesen, mit Abschluss vor der IHK. Quereinsteiger mit Büroerfahrung werden häufig im Betrieb eingearbeitet. Weiterbildungen zum Fachwirt, zur Kodierfachkraft oder zum Bilanzbuchhalter führen zu höher eingestuften Stellen.

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